Die Anfänge der ödp

Die Schwierigkeiten der einzelnen konservativen Gruppierungen innerhalb der Grünen ihr Programm durchzusetzen, führten dazu, dass die GAZ, die GLU und die AGÖP (Arbeitsgemeinschaft ökologische Politik bei den Grünen) auf einer Vertreterversammlung im Oktober 1981 zu einer neuen Partei verschmolzen: Zur ödp (Ökologisch-Demokratische Partei). „Ihrem Selbstverständnis nach sieht sich die ÖDP als ‚parlamentarischer Arm' der ökologischen Bewegung, als die einzige politische Vereinigung, die das ökologische Anliegen vorbehaltlos als Kernstück ihres Programms betrachtet.

Schon einige Wochen später kam es zur Gründung der Landesverbände Bayern und Baden-Württemberg. Im Januar 1982 wurde der erste, aber außerordentliche Parteitag der ödp in Wiesbaden einberufen, der die Satzung und das Grundsatzprogramm beschloss. Auf dem ersten ordentlichen Parteitag im März 1982 in Bad Honnef wurde Herbert Gruhl zum Vorsitzenden, Baldur Springmann und Heidrun Hamatschek zu seinen Stellvertretern gewählt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die ödp rund 1.800 Mitglieder.

Zum ersten Mal bundesweit kandidierte die ödp zur Europawahl 1984 und erreichte 0,3 Prozent der Stimmen - ein eher enttäuschendes Ergebnis. Im gleichen Jahr bekam die ödp aber ihr erstes Mandat im Kreistag von Schwandorf (Bayern). Bei der bayerischen Landtagswahl 1986 erzielten die Ökodemokraten ein Ergebnis von 0,7 Prozent. Obwohl sich im April 1986 die atomare Tschernobyl-Katastrophe ereignete, konnte die ödp davon nicht „profitieren". Gerade konservative Wähler, die nun Zweifel an den Aussagen der Regierung über die Gefährlichkeit der Radioaktivität hegten, hätte die Partei erreichen müssen. Da es der ödp aber an Experten fehlte, war sie auch nicht in der Lage, wichtige Informationen zu liefern. „Schlimmer aber war, daß der Bundesvorstand die Situation nicht richtig einschätzte und keinerlei Erfahrung mit wirksamer Öffentlichkeitsarbeit hatte."

Als „kleinen Durchbruch" kann man das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg 1988 bezeichnen: 1,4 Prozent der Wählerstimmen fanden Beachtung in der Öffentlichkeit.

1989 sprach sich der Bundesparteitag der ödp in Saarbrücken für eine Abgrenzung nach rechts aus. Anlass waren Auftritte des ödp-Vorsitzenden Herbert Gruhl vor Organisationen, die von der ödp als „unvereinbar“ und „ödp-inkompatibel“ betrachtet wurden.

Gruhl hatte sich im Vorfeld des Parteitages mit Leuten, denen man rechtes Gedankengut unterstellen konnte, eingelassen. Für linksextreme Politiker wie Jutta Ditfurth war dies eine willkommene Gelegenheit, die ödp über Jahre hinweg als „rechte Partei“ zu diffamieren.

Die ödp-Basis stellte sich Gruhls neuer Ausrichtung jedoch konsequent entgegen. Obwohl er der einzige überregional bekannte Politiker der ödp war, wies ihn die ganz überwiegende Mehrheit der Partei in die Schranken und erklärte unmissverständlich, dass nationalistisches Gedankengut mit dem Programm der ödp als Partei der bürgerlichen Mitte unvereinbar ist.

Auf dem Bundesparteitag im Januar 1988 forderte Gruhl den Rücktritt einzelner Vorstandsmitglieder, mit denen er nicht mehr zusammenarbeiten wollte. Die zunehmende Kritik an seiner Person und der Rechtsabgrenzungs-Beschluss führten in Folge dazu, dass Gruhl auf dem Parteitag in Saarbrücken auf eine erneute Kandidatur als Bundesvorsitzender verzichtete. Im Jahr 1990 trat er schließlich aus der ödp aus, nachdem bereits ein Parteiausschlussverfahren in Vorbereitung war.

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